Die Tiroler

BESSER LEBEN FREITAG, 20.1.2023 | NR. 518 6 Hillary ist sein großes Vorbild Zwanzig Nepalesen lernen jährlich in Tirol, wie es ist, eine Hütte zu bewirtschaften „Wir wollten etwas für Nepal, dieses wunderschöne Land im Himalaya machen. Unser großes Vorbild dabei war Edmund Hillary, der Erstbesteiger des Mount Everest und große Förderer der Menschen dort.“ Der berühmte Innsbrucker Alpinist Wolfgang Nairz erinnert sich an die Gründungstage der Nepalhilfe Tirol. Auch Nairz und seine Freunde wollten im kleineren Stil helfen, Krankenhäuser und Schulen bauen, medizinische und soziale Projekte vorantreiben. „Wir haben immer wieder etwas für Nepal gemacht. Doch das waren Einzelaktionen. Unkoordiniert, eher aus dem Bauch heraus. Also haben Hans Gastl, Manfred Gabrielli und ich vor genau zwanzig Jahren die Nepalhilfe Tirol gegründet.“ Vielflieger Wolfgang Nairz: 103 Mal von Tirol nach Nepal und wieder zurück Wenn Wolfgang Nairz über die Nepalhilfe Tirol spricht, leuchten seine Augen noch etwas stärker. Gezählte 103 Mal war der Innsbrucker schon in Nepal, seiner zweiten Heimat. Anfangs vor allem als Extrembergsteiger, als Expeditionsleiter. 1978 stand er als einer der ersten Österreicher am Mount Everest, wenige Tage später erreichten dann auch seine Freunde Reinhold Messner und Peter Habeler ohne zusätzlichen Sauerstoff den Gipfel des höchsten Berges der Erde. „Beim Rückweg nach Kathmandu haben wir dann Edmund Hillary getroffen. Dieser nutzte schon damals seine Bekanntheit, um den Sherpas im Khumbu auf allen Ebenen zu helfen.“ Ihren Sitz hat die Nepalhilfe Tirol in der Privatwohnung von Wolfgang Nairz in Innsbruck, wohl auch, weil dafür keine Kosten anfallen. Die Verwaltungskosten des Vereins betragen gerade mal drei Prozent, das meiste geht für Briefmarken, Folder oder Broschüren drauf. Jährlich wird der Verein von einem Wirtschaftstreuhänder bis ins kleinste Detail geprüft, Voraussetzung dafür, dass die Nepalhilfe Tirol vom Finanzamt den „Spendenbegünstigungsbescheid“ erhält. Der Vorteil: Damit sind alle Spenden steuerlich absetzbar, fürwahr keine Selbstverständlichkeit. Bekannt geworden ist die Nepalhilfe Tirol anfangs vor allem über ihr Sherpa-Projekt. Rund zwanzig Frauen und Männer aus Nepal lernen dabei jährlich in Tirol, wie es ist, eine Hütte zu bewirtschaften. Da geht es umHygiene, um Bevorratung, die richtige Lagerung, handwerkliche Dinge, die Küche, den Kontakt mit den Gästen. „Leider gibt es dafür in Tirol nur ein sehr kleines Kontingent, von der Nachfrage her könnte ich jährlich locker hundert Nepali unterbringen,“ erzählt Nairz. Wenn Sie also auf der Franz Senn Hütte, dem Taschachhaus oder am Solstein Haus Beschäftigte aus Nepal sehen, Tibetische Gebetsfahnen weisen den Weg zumMount Everest und zum Nuptse (rechts im Bild). FOTO: ADOBE STOCK Der Innsbrucker Wolfgang Nairz stand als einer der ersten Österreicher auf demMount Everest. wissen Sie, dass diese hier Hüttenbewirtschaftung lernen. Nach Erdbebenkatastrophe gemeinsam mit Reinhold Messner Hospital gebaut Nach dem schweren Erdbeben in Nepal, im Jahr 2015, baute die Nepalhilfe Tirol – übrigens gemeinsam mit der Reinhold Messner Stiftung – das völlig zerstörte Kunde Hospital im Khumbu neu auf. Außerdem wurden in den Folgejahren Schulen gebaut, Aufforstungsprojekte unterstützt, Solarduschen in Altenheimen aufgestellt, Kaffeefarmen initiiert und noch vieles mehr. „Wir konzentrieren uns bewusst auf Projekte im Gesundheits- und Sozialbereich, auf Hilfe zur Selbsthilfe. Und wir garantieren, dass die Spenden (Nepalhilfe Tirol, IBAN: AT86 3600 0000 0064 5895) sinnvoll eingesetzt und verwendet werden,“ so Nairz. Die digitale Umkleidekabine Ein magischer Gast aus Südafrika Kostenloses Busticket zur Glungezerbahn SHOPPING VERANSTALTUNG MOBILITÄT Die virtuelle Anprobe beim Online-Shopping gewinnt an Bedeutung. Per Smartphone oder Webcam lässt sich u.a. Kleidung - etwa bei H&M - bequem zu Hause testen, ohne gleich mehrere Größen zu ordern. Durch Bodyscans entstehen individuelle realitätsgetreue Avatare der Kunden und Künstliche Intelligenz ermittelt die passende Größe. Die Glungezerbahn setzt auf eine nachhaltige Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Skifahrer und Rodler können mit der Buslinie 4134 direkt zur Talstation der Glungezerbahn fahren. Der Preis des Bustickets wird an der Kassa zurückerstattet. Um auch die Rückfahrt kostenfrei zu erhalten, sollte das Ticket bei der Hinfahrt gelöst werden. Anlässlich des „Tages der Straßenkinder“ am 31. Jänner darf „Jugend Eine Welt“ diesmal einen besonders magischen Gast willkommen heißen: Am 27. Jänner kommt Sikelelwa, ein hoffnungsvolles Zaubertalent des „College of Magic“ aus Kapstadt in Südafrika auf Besuch in das Haus der Begegnung nach Innsbruck. Die 16-jährige Schülerin wird Einblicke in ihren außergewöhnlichen schulischen Werdegang als kün ig umjubelte Zauberkünstlerin geben. Anmeldung für die Veranstaltung bis 22. Jänner per E-Mail an anmeldung@jugendeinewelt.at . Fotos: Pexels, College of Magic, TVB Hall-Wattens LIFEHACKS I TRICKS, DIE DAS LEBEN EINFACHER MACHEN Kaugummi ist schlecht für David Guetta und Maroon 5. FOTO: PEXELS Bei einem Ohrwurm kann Kaugummikauen rasche Abhilfe scha en. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Reading, die 98 Probanden die Lieder „Play Hard“ von David Guetta und „Payphone“ von Maroon 5 vorgespielt haben. Handlungen, die für Entspannung sorgen und damit vom Denken an eine bestimmte Sache ablenken, sind die Lösung, sprich der Lifehack. Durch jede Form von Ablenkung – zum Beispiel eine andere Tätigkeit wie das Kaugummikauen – kann nämlich ein Gedankenstopp gefördert werden. In diesem Fall schlecht für David Guetta und Maroon 5. Den Forschern zufolge hat das Kaugummikauen die Wiederholung der Ohrwürmer im Gedächtnis um ein Drittel reduziert. Übrigens − auch andere belastende Gedanken können mithilfe dieser Methode gestoppt werden. Die eigene innere Stimme durch eine komplexere Version des Kaugummi-Ansatzes zu lenken, könnte auch auf anderen Gebieten funktionieren, so die Forscher. Was die komplexere Version des Kaugummi-Ansatzes ist, haben sie leider nicht verraten. Kaugummikauen gibt Ohrwürmern keine Chance

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